Reiseroute: Studienreise Balkan

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Wir freuen uns auf Ihren Besuch!


Kroatien-Montenegro-Kosovo-Albanien-Mazedonien

Organisator: Studiosus-Reisen
Datum: 7.9.2013 – 21.9.2013
Travel Book Shop: Regula und Barbara Weber

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Reisebücher


Reisekarten


Literatur

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Die Reise


1. Tag. Zürich-München-Dubrovnik
Mit dem Auto am Freitagabend bis München. Übernachtung im Hotel Mövenpick. Vormittags Flug von München mit Lufthansa nach Dubrovnik. Auf dem Flughafen lernen wir unseren Reiseleiter Christian Möser und unsere Gruppe mit 16 Teilnehmern kennen. Stadtbesichtigung und Rundgang auf der 2 km langen Festungsmauer. Die Anstrengung lohnt sich: Eine fantastische Rundsicht auf die mittelalterliche Stadt, die vorgelagerten Inseln und springende Thunfische. Die dalmatische Küste ist überraschend schön, im milden Abendlicht geradezu prächtig. Schon beim Anflug haben wir diese Insellandschaft bewundert.
Übernachtung: Im gepflegten Valamar Lacroma**** Grosse Hotelanlage auf der Halbinsel Babin Kuk. Kleiner Sandstrand, angenehm warmes, sauberes Meer.

 

2. Tag. Die Bucht von Kotor
Am nächsten Morgen geht es von Kroatien gleich über die Grenze nach Montenegro, wo uns ein besonderes Highlight erwartet: Die Fahrt an der beeindruckenden Bucht von Kotor (UNESCO-Naturerbe) entlang, die sich wie ein nordischer Fjord tief ins Land der schwarzen Berge bohrt. Beim Rundgang durch Kotors Altstadt (UNESCO-Kulturerbe) bewundern wir dieses architektonische Kleinod mit stolzen Palästen und Kirchen. Die Reste einer gewaltigen Stadtmauer machen verständlich, warum die Stadt nie erobert wurde. Weiterfahrt nach Budva einem hübschen kleinen Städtchen, das Römer, Venezianer und Österreicher geprägt haben. Die malerische Bucht ist jedoch grässlich zubetoniert mit lieblosen Hotelkästen, der Kiesstrand total überfüllt mit Liegestühlen und Sonnenschirmen, beschallt von lauter Musik – trotzdem gehen wir tapfer schwimmen.
Fahrstrecke: 100 km
Übernachtung: 3 Nächte  im Hotel Queen of Montenegro**** Ein banales Mittelklassehotel für Touristengruppen.

 

3. Tag. Klosterwanderung
An der steilen Küste thronen alte Klöster einsam in den Bergen.) Wir wandern zum Kloster Praskvica und genießen unterwegs die Ruhe in den Klöstern Duljevo und Rustovo. Die Stimmung im Kloster Duljevo ist wunderbar ruhig, heiter und ganz alltäglich. Gerne würde man hier bleiben. Eine zierliche Nonne zeigt uns ihre Heilapotheke. Alles Produkte, für die sie die Kräuter in den umliegenden Hügeln selber gesammelt hat. Natürlich kaufen wir ihr etwas ab. Eine montenegrinische Familie, die lange in Deutschland lebte, empfängt uns zum Mittagessen mit Raki, hausgemachten Salaten und köstlich frischen, gebratenen Forellen aus eigener Zucht. Unseren Gastgeber ist ein initiativer Mann mit gutem Geschäftssinn. Er hat in dem kleinen Dorf in dem er aufwuchs das Restaurant und die Forellenzucht selber aufgebaut. Erst seit ein paar Jahren führt eine Strasse dorthin. Wir erhalten einen kleinen Einblick in das karge und harte Leben der Bauernfamilien und trotzdem wünscht sich unser Gastgeber diese einfache Zeit zurück: Alles ging langsam, hatte seine Ordnung und man folgte einem alt vertrauten Rhythmus. Stolz verweist er auf seine Ahnen, die in prächtigen Trachten fotografiert, von den Wänden, auf uns herunter schauen. Wir lassen uns von dem „Riministrand nicht abschrecken und gehen vor dem Abendessen schwimmen – das Wasser ist warm und sauber und der Kies eine wunderbare Massage für die Füsse!
Fahrstrecke: 50 km
Wanderung: 1,5 Std., leicht bis mittel, ↑ 0 m ↓ 350 m

 

4. Tag. Cetinje und Lovcen-Nationalpark
Zu Beginn unseres Reisetages entdecken wir Cetinje, die alte Königsstadt in den Bergen. Einst als montenegrinische Hauptstadt Treffpunkt der europäischen Diplomatie. Besonders beeindruckend: ein dreidimensionales, riesiges Relief von Montenegro. Die Stadt ist überraschend klein und österreichisch. Der Präsident zieht sie der eigentlichen Landeshauptstadt vor und wohnt hier. Am Nachmittag wandern wir zwischen den Gipfeln und durch die Wälder des Lovcen-Nationalparks hinunter in das Dorf Njegusi. Laubwälder, Karstlandschaft soweit das Auge reicht. Über eine der schönsten Panoramastraßen Europas kurven wir dann mit dem Bus wieder vom bergigen Hochland zurück an die Küste. Der Blick vom Hochland auf die Bucht von Kotor ist schlicht phantastisch. Wir sehen sie im Abendlicht! Die Fahrt mit unserem Bus die steilen Serpentinen hinunter, ist auch für Schweizer ein Erlebnis. Letzte Nacht in Budva.
Fahrstrecke: 90 km
Wanderung: (3 Std., mittel, ↑ 0 m ↓ 600 m)

 

5. Tag. Bootsfahrt auf dem Skutarisee
Der Skutarisee ist der größte See des Balkans. Bei einer Bootsfahrt sperren wir die Augen auf, ob sich Pelikane, Reiher und andere Wildvögel blicken lassen und werden auch belohnt. Zwischendurch steigen wir aus und spazieren zum mittelalterlichen Kloster Vranjina. Dort werden wir mit einem Postkartenausblick belohnt. Diese Weite und Grösse und diese Uferlandschaft ist einfach umwerfend! Die Ufer sind gesäumt von einem Wasserpflanzenteppich in verschiedenen Stufen und Farbschattierungen. In der Ferne zieht ein Schwarm Pelikane vorüber.



Malerische Fahrt entlang der Schlucht der Moraca und Halt beim Kloster Moraca. Das Kloster steht nahe über der malerischen Schlucht und strahlt eine Ruhe und einen Frieden aus, die sicher schon manchen Reisenden zum Verweilen verführte. 800 Jahre zogen hier Karawanen, Heere und Wanderer vorbei und das Kloster steht immer noch! Im inneren der Klosterkirche: Qualen und Freuden der Apokalypse in guterhaltenen und farbenfrohen Fresken. Wir kaufen den klostereigenen Honig als Erinnerung – von so einem Ort kann er nur wunderbar schmecken. Doch wie sieht die Gegenwart aus, nachdem sich Montenegro nach knappem Volksentscheid 2006 friedlich von Serbien trennte? Welche Hürden gibt es noch für einen EU-Beitritt? Wir sprechen darüber auf der Fahrt nach Kolasin. Kaum einer kann das besser und kompetenter als unser Reiseleiter, Christian Möser.
Fahrstrecke: 120 km
Wanderung: 3 Std., mittel, ↑ 0 m ↓ 600 m
Übernachtung: Das Hotel Bianca**** in Kolasin, einem kleinen und etwas armselig wirkenden Winterskiort ist eine Überraschung. Einstmals ein sozialistischer Prestigebau, wurde das Hotel sehr geschickt restauriert. Futuristisch dreieckig mit gewaltigem Spa-Bereich unter einem mächtigen Kupferdach. Heimelig im Innern und mit einem feinen Arvenduft in den kuscheligen und komfortablen Hotelzimmern! Schön, dass wir hier dreimal übernachten.

 

6. Tag. Die Schluchten des Balkans
Wir fahren mit dem Bus in den Durmitor-Nationalpark (UNESCO-Naturerbe). Ziel ist der spektakuläre Taracanyon, eine der tiefsten Schluchten Europas. Die 150 m hohe Brücke über den Canyon ist Ausgangspunkt unserer Wanderung in das Tal hinein. Ganz unten treffen wir auf ein kleines Frauenkloster und einen wunderbar blauen Fluss – zum Baden leider deutlich zu kalt. Auf dem Rückweg holt uns der Regen ein und wir retten uns vor den Wasserfluten in eine einfache Gaststätte, wo wir verpflegt werden und Wein und Raki uns wärmen. Am Nachmittag eine zweite, gemütliche Wanderung rund um den Biogradsee. Ein Hochmoorsee der gerade bei Regen einen besonderen Zauber ausstrahlt.
Fahrstrecke: 130 km
Wanderung: 3 Std., mittel, ↑ 300 m ↓ 300 m
1 Std., leicht, ↑ 0 m ↓ 0 m

 

7. Tag. Im Biogradska-Gora-Nationalpark
Ein Urwald mitten in Europa. Zwischen Buchen, Eschen und Tannen fühlen sich Hirsche, Wildschweine, Wölfe und Bären wie im Paradies bloss sehen wir kein einziges dieser Tiere! Jeeps bringen uns über die Baumgrenze in ein kleines Ökodorf. Von dort wandern wir hoch zum Grad und durchwandern den Südhang des Biogradmassivs. Heute ist etwas Tapferkeit oder Tempo angesagt. Es ist kalt und neblig. Wir werden nass und retten uns auf dem Rückweg mit einer Senkrecht-Route mutig zurück ins Ökodorf. Rasch an die Wärme der gemütlichen Berghütte, wo bereits ein feines Mittagessen mit Suppe, Käse, Brotfladen und heissem Bergtee auf uns wartet! Wir gewöhnen uns langsam an den Raki – er wärmt so schön! Bis wir zurück sind, ist der geplante freie Nachmittag schon fast vorbei. Es reicht aber noch um Postkarten zu schreiben und einen Spaziergang durch das kleine Kaff.
Fahrstrecke: 30 km
Wanderung: 4 Std., mittel bis anspruchsvoll, ↑ 400 m ↓ 400 m

 

8. Tag. Mit dem Zug durch die Bergwelt
Nicht nur für Bahn Fans ein grandioses Erlebnis: Mit dem Zug fahren wir in zwei Stunden von Kolasin nach Podgorica. Auf der spektakulären Strecke durch die Bergwelt wechseln sich steile Felshänge, tief eingeschnittene Täler, Bergwiesen und eine Vielzahl von Tunnel und Brücken ab, darunter die höchste Eisenbahnbrücke Europas. Endbahnhof ist Podgorica. Dass der Präsident nicht unbedingt in der Hauptstadt wohnen will, wird uns beim Durchqueren der Stadt klar. Im Sommer soll es zudem extrem heiss werden in diesem Talkessel. Dann nehmen wir Kurs auf Albanien. Über 40 Jahre war der Balkanstaat abgeschottet von der Außenwelt. Jetzt würde man gern im Turbotempo EU-wärts rauschen. In Shkodra spazieren wir dann zur türkischen Rozafa-Festung hinauf. Ein wunderbarer Rundblick auf eine prächtige Flusslandschaft. Drei Flüsse kommen hier in grossen Mäanderlinien zusammen und Überschwemmungen sind häufig.
Shkodra ist eine Überraschung: Eine italienische Stadt mitten im Balkan! Hier ist alles schick und hat Status, was italienisch ist. Wir fragen zwei Polizisten auf Italienisch nach dem Weg und mit einem Charme, den wir im Balkan sonst eher vermissen, helfen uns die zwei Herren zum Hotel Tradita. Ein Lokal zum Bleiben. Der Besitzer ist ein leidenschaftlicher Sammler und das rustikale Restaurant ist voll von alten Fotos und Sammlerstücken. Unser albanischer Führer hat uns noch nachgerufen: “Lasst Euch keine Tracht anhängen, seine Preise sind viel zu hoch!“ Wir sitzen am Feuer und schauen zu, wie unser Menu gekonnt über dem Feuer zubereitet wird – es schmeckt köstlich. Anschliessend wandern wir durch die Strassen wundern uns immer wieder über ganze Strassenzeilen italienisch anmutender Häuser. Viele sind bereits restauriert. Schön und pittoresk ist das hier. Es ist warm und Alles sitzt draussen. Ein fröhliches Gewimmel, wohin man schaut. Wir treffen auf unsere Reiseleiter und setzen uns für eine Runde Raki aufs Geratewohl an einer der Tische. Gut gewählt „Der beste Raki den ich je hatte“ schwärmt Christian. So ein schöner Abend. Etwas gar beschwingt steuern wir Richtung Hotel.
Fahrstrecke: 190 km

 

9. Tag. In die Bergwelt Nordalbaniens
Bereits um 6 Uhr geht es los. Bald sind die asphaltierten Strassen zu Ende und wir holpern über Schlaglöcher und Schotter zur Fährestation bei Koman. Mit einem abenteuerlichen Gefährt, halb Schiff, halb Bus und völlig überladen gleiten wir rund 3 Stunden auf dem gestauten Fluss Drin von Koman durch die unzugänglichen albanischen Berge nach Fierze. Wieder Holperpisten aber die Fahrt entlang eines wunderbar sauberen Flusses ist landschaftlich sehr schön. Trotzdem, eine leise Ahnung, wie beschwerlich reisen früher war, stellt sich ein. Im Valbona-Nationalpark besuchen wir die Bäuerin Sose. Sie empfängt uns in ihrer geräumigen Stube mit einem herzhaften Mittagsmahl aus typischen Gerichten Nordalbaniens Wir sprechen mit ihr über den Alltag und die Erwartungen der Talbewohner. Alle wünschen sich eine bessere Strasse und eine neue ins nächste Tal, damit mehr Tourismus möglich ist – immer die gleiche Katastrophe! Die Stille im Tal wird dann Vergangenheit sein und auch das Schroffe, Einsame, dass das Tal neben aller Schönheit ausstrahlt. Buchenwälder, Talwiesen, Flussufer - nachmittags wandern wir durch das Valbona-Tal. Ausgezeichnetes Abendessen mit Lammfleisch und einer einmaligen Polenta in einem rustikalen Blockhaus. Wir sind überrascht, wie gut hier gekocht wird.
Fahrstrecke: 120 km
Wanderung: 2,5 Std., mittel, ↑ 350 m ↓ 0 m
Übernachtung: Margjeka/Quku i Valbones. Neu eröffnetes, einfaches Hotel mit Mehrbettzimmern. Die Inhaberin ist eine Deutsche.

 

10. Tag. Wandern im Valbona-Nationalpark
Ein Tag im malerischen und abgeschiedenen Valbona-Nationalpark. Um uns herum die schroffen Gipfel der albanischen Alpen. Natur pur und herrliche Ruhe erwarten uns! Hier ticken die Uhren noch anders. Von der heutigen Wanderung durch die Täler und Wälder des Nationalparks dispensieren wir uns. Uns fasziniert das mächtig, breite Kiesbett des Flusses in dem wir stundenlang herumschlendern, die Vielfalt der Steine bewundern, nach Pilzen in den Waldlichtungen Ausschau halten und einfach etwas ausspannen vom ehrgeizigen Takt unser Reisegruppe. Abendessen in einem der rustikalen Berghäuser, das von einer Amerikanerin geführt wird. Wir essen köstliche, frisch gebratene Forellen aus eigener Zucht, und lassen den Abend am Lagerfeuer mit einem Glas Glühwein ausklingen. Nun sind wir wirklich angekommen in dieser Einfachheit und Naturverbundenheit. Der Sternenhimmel über uns, die vertrauten Gesichter im Feuerschein – wenn das nur so bleiben könnte, aber morgen müssen wir bereits weiter.
Wanderung:5 bis 6 Std., mittel, ↑ 200 m ↓ 200 m

 

11. Tag. Durch den Kosovo nach Mazedonien
Ein anstrengender Tag steht uns bei der Fahrt durch den Kosovo bevor, der 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien proklamierte. Unser erstes Reiseziel ist die alte Stadt Prizren. Erster Eindruck ist ein absolut abenteuerlicher Kabelsalat über jede Strasse, an jeder Lampe und jedem kabeltauglichem Haken. Das muss ja lebensgefährlich sein, hier etwas zu reparieren! Beim Stadtrundgang starten wir beim altehrwürden Hammam, der sich in Restauration befindet und gelangen zur serbisch-orthodoxen Kathedrale in Prizren (UNESCO-Kulturerbe). Der typische Kalkstein/Backsteinbau in der „erdbebensicheren“ Art, wie wir sie verschiedentlich im Balkan antreffen, gibt der Kathedrale ihr rustikales Äusseres. Die Kirche war und ist leider immer wieder Ziel von Angriffen und die serbische Minderheit im Kosovo fürchtet um ihr kulturelles Erbe. Leider ist sie geschlossen. Fürs Mittagessen setzen wir uns in eine der ganz einfachen, kleinen Imbissbuden, die einen Grill im Fenster haben und eine kleine, saubere Auswahl an Fleisch, Würstchen und Gemüsen, die man sich grillieren lassen kann. Mit Fladenbrot und Hauswein schmeckt das köstlich und kosten ganz wenig. Beim anschliessenden Verdauungsspaziergang durch die kleine Altstadt am Fluss entdecken wir eine gewaltige, über 400 Jahre alte Platane- ein wunderbarer, gesunder Baum den wir ehrfürchtig umrunden. Weiter geht es über die nächste Grenze nach Mazedonien und in Richtung Hauptstadt Skopje, die wir erst am Abend erreichen.
Übernachtung: Hotel Karpos, ein banaler Betonbau, jedoch mit grosszügigen Appartements inkl. Küche! Speisesaal, Essen und Bedienung erinnern sehr an sozialistische Zeiten – jeder Gast stört zuerst einmal.
Fahrstrecke:   250 km.

 

12. Tag. Zum Ohrid-See
Stadtführung in Skopje. Wir beginnen bei der mächtigen, türkischen Festung, die über der Stadt aufragt und steigen hinunter in die kleinen, verwinkelten Gässchen der Altstadt und des Marktes. Fasziniert stehen wir in der uralten Karawanserei einem eindrücklichen, viereckigen Bau und fühlen uns in alte Zeiten versetzt. Der Ort hat wohl für so manchen Reisenden Hoffnung und Schicksal bedeutet. Im Parterre die Räume für die Waren und die Tiere, im Ersten Stock die Schlafräume. Welch ein Sprachgewirr, welch ein Gewimmel muss hier geherrscht haben. Der Bau hat gelitten und die Renovation ist noch lange nicht abgeschlossen. Hier jedoch in dieser Stimmung würden wir gerne länger verweilen, einfach um ein bisschen zu träumen. Das Träumen vergeht uns rasch, als wir ins Zentrum kommen. Diese monströse Monumentalität erschlägt uns beinahe. Ein riesiger Alexander der Grosse ein ebenso riesiger Philipp von Mazedonien und dazwischen Olympia mit dem jungen Alexander. Ein grosser Fluss trennt und eine prachtvolle alte Brücke verbindet die Herrscherfamilie, auf die sowohl Mazedonien wie Griechenland Ansprung erhebt. Umgeben ist der gigantische Platz von mächtigen Bauten aller Stilrichtungen aber vor allem moderne und banale. Wir flüchten uns rasch zurück in den alten Markt und setzen uns mutig in der Schmiedegasse in ein Café, dass wohl nur sehr selten weibliche Touristen sieht. Der Klaffe ist prima und wir bewundern, die vielen nützlichen Alltagsgegenstände aus Eisen und Blech, die in den kleinen Schmiden hergestellt werden. Dann schlendern wir über den Markt, entzückt über die Vielfalt und die teilweise riesigen Gemüse. Peperoni, soweit das Auge reicht. Hier kauft man sie gleich sackweise.
Weiter geht die Fahrt durch die Bergwelt Mazedoniens und über einen Pass. Auf der Passhöhe hat ein cleverer Geschäftsmann ein topmodernes Schnellimbiss-Restaurant erstellt. Der Service ist schnell, routiniert, das Angebot schmackhaft, die Preise „europäisch“. Auf der anderen Seite steht trist das kleine, nunmehr verlassene mazedonische Restaurant.
Am Nachmittag erreichen wir den Ohrid-See. Erster Stadtbummel - Das Ascona Mazedoniens – die Assoziation trifft es nicht schlecht. Total touristisch aber malerisch und wunderbar gelegen. Heute allerdings mit stürmischer See. Der Ohridsee ist der älteste See Europas, über 1 Million Jahre alt und sehr tief. Stadtwanderung mit Michael einem eifrigen, jungen Mann der seine antike Stadt im besten Licht zeigen will. Das fällt nicht schwer. Von der prächtigen serbisch-orthodoxen Sveta Sofija Kirche im Zentrum, geht es entlang dem See, durch Gässchen viele Stufen hinauf, zum kleinen Marien-Kirchlein hoch über der Stadt. Zuoberst auf dem Berg uralte Ruinen. Hier liegt seit Jahrtausenden ein sakraler Ort. Jetzt wird er mit einem modern Museumsbau aus Beton überbaut – man könnte weinen über diese Verunstaltung. Die wunderbare kleine Kirche des heiligen Clement mit ihren originellen Fresken versöhnt uns wieder etwas. Vorbei an den mächtigen Mauern der türkischen Festung hinab in die Altstadt und wieder stossen wir auf eine uralte Platane. Tausendjährig und ziemlich ramponiert. Der heilige Clement, der das Christentum nach den Ohrid See brachte, soll sie gepflanzt haben.
Übernachtung: Hotel Donco, ein moderner Zweckbau, leider weit ausserhalb des Zentrums.

 

13. Tag. Wanderung im Galicica-Nationalpark.
Das Wetter ist prächtig, die Fahrt hoch hinauf in den Nationalpark ein Genuss. Die Waldgrenze liegt hier deutlich tiefer, es gibt nur noch einzelne Büsche. Eine Traumkulisse erwartet uns: Der Panoramablick aus 1900 m Höhe auf eine wunderbare Berg und Seenlandschaft. Hier mitten in einem der Seen verlaufen die Grenzen dreier Länder: Albanien, Mazedonien und Griechenland. Nach dem Abstieg geniessen wir ein wunderbares Picknick. Christian hat wie immer an alles gedacht – inklusive Wein und Raki. Am Nachmittag erkundigen wir nochmals Ohrid, sind ganz alleine in der wunderbaren Stille und Geborgenheit von Clements kleiner Kirche und stellen uns hinter der Sveta Sofija Kirche ein antikes Theater vor.
Wanderung: ca 1 ½ Stunden, durch eine vielfältige Karstlandschaft zum Gipfel des Lako Signoj. (↑ 200 m ↓ 200 m
Restaurant: Ganz feines Abschiedsessen im Restaurant Sveta Sofija.

 

14. Tag. Fahr nach Tirana
Zurück nach Albanien in die Hauptstadt Tirana. Eine Stadt im Umbruch. An der Peripherie Häuserwildwuchs und Strassenchaos, soweit das Auge reicht. Düstere sozialistische Fassaden der Hodscha-Zeit wurden knallbunt getüncht. Trotzdem, die Stadt hat sich zu einer lebendigen Metropole gewandelt. Wir wohnen direkt am Skanderbeg-Platz und schauen aus dem 9. Stock auf die Stadt und die zierliche Et'hem-Bey-Moschee. Einsam sitzt der Volksheld auf seinem Pferd inmitten des riesigen Platzes.
Fahrstrecke: 200 km
Unterkunft: Tirana International****

 

15. Tag. Abschied vom Balkan
Frühmorgens suchen wir den Gemüse-Markt und finden noch ein kleines Stück altes Tirana. Herrlich schräg und schief. Alles noch ein bisschen am Erwachen morgens um halb acht. Opulentes Frühstück auf der Terrasse des Hotels und anschliessend Transfer auf den Flughafen.

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Was uns speziell gefallen hat:

  • Kloster Moraca. Das Kloster steht nahe über der malerischen Schlucht und strahlt eine Ruhe und einen Frieden aus, die sicher schon manchen Reisenden zum Verweilen verführte. 800 Jahre zogen hier Karawanen, Heere und Wanderer vorbei und das Kloster steht immer noch! Schöne Fresken.
  • Fahrt vom Cetinje hinunter in die Bucht von Kotor. Über eine der schönsten Panoramastraßen Europas geht die Fahrt vom bergigen Hochland zurück an die Küste. Der Blick vom Hochland auf die Bucht von Kotor ist schlicht phantastisch. Wir sehen sie im Abendlicht! Die Fahrt mit unserem Bus die steilen Serpentinen hinunter, ist auch für Schweizer ein Erlebnis.
  • Der Skutarisee Diese Weite und Grösse und diese Uferlandschaft ist einfach umwerfend! Die Ufer sind gesäumt von einem Wasserpflanzenteppich in verschiedenen Stufen und Farbschattierungen. In der Ferne zieht ein Schwarm Pelikane vorüber.
  • Mit dem Zug in zwei Stunden von Kolasin nach Podgorica. Nicht nur für Bahn Fans ein grandioses Erlebnis. Durch die Bergwelt wechseln sich steile Felshänge, tief eingeschnittene Täler, Bergwiesen und eine Vielzahl von Tunnel und Brücken ab, darunter die höchste Eisenbahnbrücke Europas.
  • Der malerische und abgeschiedene Valbona-Nationalpark in Mitten der schroffen Gipfel der albanischen Alpen. Natur pur und herrliche Ruh. Hier ticken die Uhren noch anders. Ideal für Wanderungen.
  • Shkodra ist eine Überraschung: Eine italienische Stadt mitten im Balkan! Hier ist alles schick und hat Status, was italienisch ist. Restaurant: Hotel/Restaurant Tradita GEG & Tosk. Ein Lokal zum Bleiben.

 



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